Verbandsversammlung den LFV RLP in Hermeskeil

Nicht nur Helfer, sondern auch Brückenbauer (TV vom 11.10.2015)

(Hermeskeil) Der Landesfeuerwehrverband (LFV) hat erstmals im Rheinland-Pfälzischen Feuerwehrmuseum in Hermeskeil getagt. Dabei ging es um Dauerthemen wie die Probleme beim Freistellen von Berufstätigen für die Wehr, aber auch um Flüchtlinge und Menschen mit Handicap.

Vor etwa 400 applaudierenden Delegierten positionierte sich LFV-Präsident Frank Hachemer ebenso deutlich wie Hans Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Hachemer plädierte dafür, Kampagnen wie „Deine Heimat, Deine Feuerwehr“ für Weltoffenheit und Toleranz weiter auszubauen. Sie alle seien offen und nicht nur im Dienst stets mittendrin und bereit, sich selbst zu gefährden, um zu helfen. „Bei uns kann man Demokratie lernen“, sagte Hachemer.
Kröger betonte, der DFV habe sich bekannt zu Miteinander und Gemeinschaft. Bei einer Million Feuerwehrangehörigen sehe das vielleicht nicht jeder so. Doch wer die Feuerwehruniform anziehe, dürfe nichts anderes im Sinn haben,als zu helfen. Bedenken, die Zahl der Flüchtlinge könnte Deutschland überfordern, hält er für überzogen. „Wir schaffen das“, ist er überzeugt.
Zumal Flüchtlinge ja vielleicht als Aktive gewonnen werden könnten. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs sind sie Kröger ebenso willkommen wie Menschen mit Handicap. Hachemer hofft, Berührungsängste mit Initiativen wie „Jugend und Feuerwehr auf Inklusionskurs“ abbauen zu können. Wenn Wehren auch künftig erfolgreich sein wollten, müsse Schluss sein mit dem Ausgrenzen von Minderheiten. Wer mitmachen wolle, solle dazu die Chance erhalten. Wertschätzung sei aber auch wichtig für private Unterstützung. Daher verlieh der LFV nun erstmals die von Innenminister Roger Lewentz gestiftete Floriansnadel. Helga Kröger, Gertrud Blasius, Anna Zimmermann und Bettina Gerhards wurden damit ausgezeichnet.
Verbandsintern setzte sich Hachemer, für Kröger „ein großer Netzwerker“, für ein stetes Miteinander ein. Es gelte, den Einfluss aller zu stärken, wofür er sich als „Brückenbauer“ einsetzen wolle. Nebenbei überbrückten er und weitere Fachleute einen Lehrerengpass bei der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule. Zum Tagungsort, dem wegen Kostenüberschreitung in die Kritik geratenen Museum, sagte er, ein solcher Lernort sei „unbezahlbar – da ist jeder Euro gut angelegt“. Zwei Ehrungen unterstrichen das. Museumsleiter Ernst Blasius erhielt die DFV-Ehrennadel in Silber, Fördervereinsvorsitzender Christoph Unger das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze.

Hoffen auf Frauen und Migranten
Lewentz’ Stellvertreter Randolf Stich sagte, Feuerwehren seien die Basis des Brand- und Katastrophenschutzes. Das Ministerium unterstütze sie daher. So würden aktuell Gespräche mit Unternehmern geführt wegen der rückläufigen Bereitschaft, Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freizustellen. Denjenigen, die helfen wollten, dürften nicht noch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Wegen der Nachwuchssorgen hofft auch Randolf Stich auf Migranten – und auf Frauen, die in den Wehren „deutlich besser“ vertreten sein könnten. Die Tagung umrahmte der Spielmannszug der Feuerwehr Serrig.

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erstellt am: 15.10.2015 | von: Bernd Krewer | Kategorie(n): Aktuelles